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Historisches
Die Magistri Comacini (auch Comacini, Commacini, Comancini,  maestri comacini oder Comasken genannt) waren privilegierte  langobardische Bauhandwerker (Bauleute), Steinmetzen und Architekten, die ursprünglich in der Region von Como und dem Comer See  beheimatet waren und wegen ihrer besonderen Kunstfertigkeit von dort  aus als wandernde Handwerker auch Aufträge in entfernteren Gebieten Norditaliens oder auch jenseits der Alpen übernahmen.
Der Name leitet sich von dem lat. Adjektiv Comacinus „zu Como,  zur Region von Como, zum Comer See gehörig“ ab, das seit dem 3.  Jahrhundert in lateinischen Quellen belegt ist. Dass der Name direkt auf  die Insel Comacina im Comer See bezogen ist, lässt sich trotz mancher  Belege für Bautätigkeit auf dieser in Spätantike und Mittelalter immer  wieder als Befestigung genutzten Insel nicht beweisen. Die Bautrupps der  Comacini standen unter Leitung von Meistern (magistri) und waren wohl genossenschaftlich organisiert, wie aus einer Bestimmung eines Edikts des Langobardenkönigs Rothari, das für das Jahr 643 bezeugt ist, geschlossen werden kann. Das Edictus Rothari Regis  regelt in den Kapiteln 144 und 145 die Verantwortlichkeiten zwischen  Meister und Auftraggeber für Unfälle und Schäden während der  Bauarbeiten. Dabei werden auch die Mitarbeiter des Meisters (seine  Gesellen bzw. Genossen) als collegantes oder consortes erwähnt. In einer Vorschrift des Langobardischen Rechtes (Memoratorium de mercedes Comacinorum „Merkbuch über die Bezahlung der Comacini“), die den Königen Grimwald (662–671) oder Liutprand  (712–744) zugeschrieben wird, werden die Preise einzelner  bauhandwerklicher Leistungen und die Verpflegung der Bauleute  festgelegt. Die Beachtung, die das Recht der Langobarden den Magistri  Comacini zumaß, zeugt von der großen Bedeutung, die sie offenbar durch  besonderes technisches Geschick und hohe Kunstfertigkeit erlangt hatten.  Bis ins 12. Jahrhundert hinein, nun als Comasken, begehrte und schätzte man sie weit über die Grenzen der Lombardei hinaus als hervorragende Steinmetzen und Baumeister.

In diesem langobardischen Königreich (568–774), dem letzten germanischen Reich auf römischem Boden, bildete sich ein eigener Baustil heraus, der die römische Baukunst mit germanischen Vorstellungen verband, die sich mit den typischen Band- und Flechtornamenten der Lombardei mit den nordisch-germanischen Götterfiguren verband.
Oben: Ausschnitt des Jagdfrieses der Chorapsis am Kaiserdom Königslutter

Links: Löwenportal am Kaiserdom Königslutter
Nördlichste, uns bekannter Kirchenbau mit norditalienischem Einfluss:
Kirche St. Osdag
Die Backsteinbasilika wurde wahrscheinlich von Heinrich dem Löwen um 1180 errichtet. Sie wurde nach dem burgundischen Herzog Osdag benannt, der in einer Schlacht gegen die Normannen gefallen sein soll. Die Kirche gilt als erster monumentaler Backsteinbau Nordwestdeutschlands. Die Apsis ist außen mit einem seltenen Doppelbogenornament verziert,
Quellennachweis:
Wikipedia und eigenes Archiv-Material
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